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Nennen wir es Energiekonzept oder Energiestrategie? II

Beispiel einer Kleinwindanlage

In den letzten Beelitzer Nachrichten habe ich Ihnen den Teil Nutzung der Sonne (Wärme, Strom, E-Mobil Ladestationen) und Blockheizkraftwerke vorgestellt.
Heute möchte ich mit Ihnen die Nutzung von Wasserkraft und Windkraft beraten.

Nutzung der Wasserkraft

In Beelitz haben wir bisher eine Wasserkraftanlage, diese produziert stabil (wenn Wasser fließt) Strom. In Potsdam-Mittelmark  laufen 6 Wassermühlen mit insgesamt  99 kW installierter Leistung. Davon liegen zwei an der Nieplitz. Die Potsdam-Mittelmärkischen Wasserkraftanlagen liefern ca. 210 MWh Strom im Jahr. Das ist rechnerisch der Verbrauch von ca. 52 3-Personenhaushalten, die jeweils ca. 4 000 Kilowattstunden (4 MWh) verbrauchen. Allein durch die Wasserkraft im Landkreis erhalten sie ihren Strom.

Es gab schon mal Ideen, an der Arche, die eine Fallhöhe von ca. 2 Meter hat, eine Turbine anzubauen oder die alte Wassermühle am Mühlenfließ wiederzubeleben. Projekte, die einen langen Atem brauchen und die Enthusiasmus erfordern. Wer kennt sich aus mit den alten Wasserbüchern und Wasserrechten?

Nun müssen wir langsam anfangen, diese erzeugte Energie (mit den anderen) zu managen, also ein virtuelles Kraftwerk aufzubauen. Das wäre eine gute Aufgabe im Kreis, in der Stadt, in der Region für unsere jungen Ingenieure – gibt es dafür Interessenten? Und wenn ja, welches Stadtwerk entwickelt sich zum Dienstleister für Strom in der Region?    

Windkraftanlagen

Im Landkreis Potsdam-Mittelmark waren im Jahr 2013 157 Windkraftanlagen mit einer installierten Leistung von 261.480 kW am Netz und lieferten Strom. Der Anteil der Windenergie an der Menge des im Kreis erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien beträgt  gerade noch 53,8 % - das heißt also, dass Wasserkraft, Sonne und Blockheizkraftwerke (ohne die erdgasbetriebenen) fast 50 Prozent des Strombedarfes abdecken. Das ist eine sehr gute Entwicklung, und dies verstärkt natürlich die Annahme, wir brauchen keine neuen Windräder in Potsdam-Mittelmark  - und ganz besonders, keine im Wald. Freie  Flächen sind noch  genug vorhanden, um evtl. 1, 2 oder 3 Windräder auch in Beelitz zu errichten.  Nach der erfolgreichen Geschichte der Bürgersolaranlagen (die erste Bürgersolaranlage des Landes Brandenburg wurde 2004 in Beelitz errichtet)  wäre es Zeit, auch über ein Bürgerwindparkprojekt  nachzudenken. Das würde die Akzeptanz stärken, aber auch die finanzielle Teilhabe von Bürgern, Stadtwerk u.a. ermöglichen.  Der Windanlagenbetreiber in Glindow bringt die Wichtigkeit einer Windanlage für Bürgerbeteiligung in den Orten des Landkreises im Buch „Volle Energie voraus…..“ auf den Punkt. „Eine Windkraftanlage auf dem Dach oder vor der Haustür  mag für viele nicht schön aussehen, ist aber immer noch tausendmal besser als Atommüll für die nächsten Jahrtausende strahlungsfähig zu produzieren.“

Dr. Elke Seidel
Sprecherin der ARGE erneuerbare Energien in Potsdam-Mittelmark
08.06.2015

BILD: Solche kleinen Anlagen im Gewerbegebiet Beelitz als Experimentierfeld der Stadtwerke und als Anschauungen, dazu eine Elektroladestation mit PV Dach und Unterstützung durch eine Kleinwindanlage – das wäre ein gutes Beispiel