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Ostern ist vorbei

– und immer noch lodern die Feuer in den Gärten?

Ich hoffe, Sie hatten ein sehr entspanntes Osterfest und gehen gesund in das neue Quartal des Jahres. Osterfeuer sind sehr angesehene Möglichkeiten, trockenes Holz in erlaubten Zeiten und in Gesellschaft zu verbrennen und lodern zu lassen.  Die Betonung liegt auf „trockenes Holz“ und „in erlaubten Zeiten“.  Ostern und jetzt die folgenden Tagen sollen nicht dazu genutzt werden, im Garten wieder mal alles blitzblank zu putzen und alle organischen Reste dann in die Feuerschale zu werfen und anzuzünden.

Denn das Laub und die Reste vom Vorjahr sind schon „vorverdaut“ und wollen eigentlich nur noch die Erde im Garten verbessern. Sie wollen nicht in einer Feuerschale mit brennbaren Flüssigkeiten übergossen und unter Qualmbildung verbrannt werden. Das ist eine Gefährung  und Verschmutzung der Umwelt.  Nur trockenes Gut darf auf einer  1 m mal 1 m großen Flächen verbrannt werden, zu Ostern sind es erfahrungsgemäß größere. Jeder Bürger, der sich belästigt fühlt durch illegale Feuer, die eben nicht nur Pflanzenreste sondern manchmal auch Schadstoffe, Plastikabfälle und ähnliches  enthalten, und durch eine Qualmbildung auffallen,  soll zu den Dienststunden das Ordnungsamt in der Verwaltung anrufen, die dann handeln müssen.   Wenn es außerhalb der Öffnungszeiten der Verwaltung  qualmt, so sollte die Polizei informiert werden.  Diese Auskunft erhielt ich im letzten Bauausschuss, als ich mich nach den vielen Feuerstellen und Qualmfabriken erkundigte.  Sie wissen auch, das in ein Feuer (ob zu Ostern oder sonst)  keine lackierten und behandelten Hölzer gehören, keine Spanplatten dürfen verbrannt werden, und eben auch keine Gartenabfälle. Wozu wollen Sie eigentlich das Laub entsorgen? Es bietet Humus, Wasserhaltung, Erosionsverhinderung, Mulch, hält die Erde locker und feucht, Kleinlebewesen und Mikroorganismen fühlen sich wohl, Regenwürmer arbeiten – das Gehölz oder die Pflanze fühlt sich wohl. Sie brauchen keine Düngemittel, keine sogenannten Schädlingsbekämpfungsmittel -  wie sie in der Stadt ja sehr häufig angewandt werden.  Wie viele chemische Stoffe werden eigentlich gelagert – erlaubt oder unerlaubt?  Wozu muss eigentlich der Boden mit Salpetersäure „gesäuert“ werden?  Heidelbeeren wachsen im Wald (normalerweise), dort ist der Boden etwas sauer; den gleichen Säuregehalt  kann man auch erreichen, wenn man Rindenmulch nutzt. Aber es sicher einfacher, Salpetersäure auszukippen als immer wieder Rindenmulch heranzuholen.  Wie gehen wir eigentlich mit unserer Umwelt um?  Immer wenn der Mensch in die natürlichen Abläufe eingreift, wozu auch immer, entsteht nur „Mist“. Richtiger Mist, aber eben kein Dung, mit dem man die bestellten Flächen düngen kann.  So geschehen bei chemischen Düngemitteln, die jetzt im Trinkwasser (Grundwasser) nachgewiesen werden. So geschehen bei der Atomkraft, deren radioaktive Abfälle uns noch Zigtausende Jahre begleiten werden und krank machen, manchmal sterbenskrank – vom  SuperGau  nicht zu reden. So geschehen bei  allen Pflanzenschutzmittel, die uns langsam oder schnell krank machen, alles Leben auf den Feldern und in den Gärten vernichten und die Spirale zu immer  mehr sogenannten Vernichtungsmitteln weiterdreht.  So  geschehen bei Genmanipulationen.  Wohin führen diese Veränderungen, die dann Auswildern, noch gesunde Pflanzen befallen und zu Ergebnissen führen, die wir noch gar nicht absehen können. So geschehen in den Klärwerken, in denen Hormone, Arzneimittel, radioaktive Substanzen in die „Vorflut“ entlassen werden und die Fische und Pflanzen  beeinträchtigen.  So geschehen bei flächenhaftem Spargelanbau unter Folien, der nun mal zum Verlust der Artenvielfalt führt. 

Wo leben wir? Warum müssen wir unsere EINE ERDE täglich neu zerstören? Geht es nur ums Geld?  Um Nachlässigkeit? Um Gleichgültigkeit? Bitte denken Sie darüber nach, ob nicht auch Sie helfen können, unsere Vielfalt in Gärten, auf Freiflächen und überall zu erhalten und zu vermehren. Blühstreifen sind gut, Blühflächen sind besser.

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit im Garten und in der Natur. Nehmen Sie bitte alle Abfälle beim Spaziergang wieder mit nach Hause, denn wer die volle Packung Zigaretten in den Wald mitnimmt, kann auch die leere Schachtel  mit nach Hause nehmen.

Mit freundlichen Grüßen Ihre ELKE SEIDEL, 3.4.2018