Sie sind hier

Wohin der Wind unsere Gedanken verweht - übers Meer

Tanks für verstrahltes Wasser auf dem Gelände von Fukushima (Bild TEPCO)

Erinnern – um die Zukunft zu gestalten

Vier Jahre Super-GAU in Japan – und die Heimat Hunderttausender ist noch immer verstrahlt, tonnenweise stehen schwarze Säcke mit kontaminierter Erde rund um das AKW, täglich werden Meerwasser und Luft mit neuer Radioaktivität belastet. Wie in Tschernobyl erkranken auch in Japan von Jahr zu Jahr mehr und mehr Kinder und Jugendliche an Schilddrüsenkrebs (Quelle IPPNW).
Am 11. März vor vier Jahren  hat sich die Fukushimakatastrophe zugetragen. 

Aber noch leben die meisten der 160.000 Flüchtlinge in der 20-Kilometer-Zone um den Reaktor in Notunterkünften. Der AKW-Betreiber Tepco hat erst Ende Februar 2015 zugegeben, dass seit einem Jahr hochverstrahltes Regenwasser vom Dach des Reaktors 2 ins Meer fließt. 300 Tonnen Grundwasser strömen täglich in die verseuchte Anlage und treten verstrahlt wieder aus. 7.000 Arbeiter sind mit den Problemen an den drei havarierten Reaktoren beschäftigt. 40 Jahre, so Tepco, werde es dauern, bis die zerstörten Reaktoren abgewrackt sind. Ausgerechnet am 4. Jahrestag, so berichten japanische Medien, soll ein Zwischenlager für den Strahlenschrott aus den Meilern wie für das verstrahlte Erdreich um Fukushima eröffnet werden. Dieser strahlende Müll war bisher an ca. 75.000 Orten vorläufig gelagert. Das Zwischenlager soll den gefährlichen Abfall 30 Jahre behalten. Was danach damit geschehen soll, weiß niemand, so wenig wie es weltweit auch nur ein einziges atomares Endlager gibt, das diesen Namen verdient. (weiteres siehe unter sonnenseite.com von Franz Alt)

Haben wir alle aus der Katastrophe gelernt? Haben sich unser Verhalten und unsere Abkehr von der sogenannten friedlichen Nutzung der Atomkraft hin zur Energiewende ohne Atom verstetigt? Es gibt noch sehr viel zu tun. Gedenken wir heute der vielen Opfer vom 11. März 2011, die die Dreifach-Katastrophe in Nordost-Japan (Erdbeben, Tsunami und Atomunfall) bei der Verwüstung weiter Teile der Region forderte. Am schrecklichsten sind dabei die Folgen des Reaktorunfalls. 

Halten wir inne und bauen dann gemeinsam am neuen solaren Energiezeitalter.

Dr. Elke Seidel
Umweltmedizinerin
08.03.2015