Sie sind hier

Unsere eine Welt erhalten

Demo für Klimaschutz

Am 30. November 2015 begann der Weltklimagipfel in Paris. Die Veranstaltung die wichtigste ihrer Art, denn die Teilnehmer aus der ganzen Welt verhandeln um nicht weniger als die Zukunft unseres Planeten.
Ziel der Verhandlungen soll ein neues Weltklimaabkommen sein, das die globale Erwärmung auf zwei Grad begrenzen soll.
Obwohl sich Wissenschaftler einig sind, dass ein radikales Einlenken überfällig ist, bleibt der Ausgang offen. Während es bei einigen Staaten buchstäblich um Leben oder Tod geht, hoffen andere vom Klimawandel noch zu profitieren. Unzählige Interessen kollidieren bei diesem Thema.
Die Tagesordnungen sind vollgestopft, die Journalisten können kaum den Überblick behalten – wie dann erst wir Bürgerinnen und Bürger, die sich nur punktuell mit diesen Themen auseinandersetzen.

Der leider viel zu früh verstorbenen Herrmann Scheer nannte solche Klimaverhandlungen: ein Scheingefecht ohne Ergebnisse – global verhandeln, national verhindern.
Aber vielleicht sollten wir es doch nicht so ernst und hoffnungslos sehen?  Es beginnen immer mehr, den gefährlichen Kohleabbau und die Verbrennung fossiler Ressourcen aus dem Denken zu verbannen. Mit der Allianz hat jetzt der weltgrößte Versicherer erklärt, keine Gelder mehr ins Kohlegeschäft zu stecken und langfristig die bisherigen Investitionen in die Kohle nach und nach zurückzuziehen. Die Entscheidung dürfte weitreichende Folgen für die Kohlewirtschaft haben! Und das ist gut so. Ich wünsche den Verhandlungen in Paris Erfolg, um unsere EINE ERDE zu erhalten. Tun wir alle, jeder einzelne und die Gesellschaft als Ganzes, wirklich alles was getan werden muss – und das jeden Tag?

Hans Joachim Schellnhuber,  Berater der Bundesrepublik, den ich in den letzten BN vorstellte, sagte in einem Interview: „Der Vorwurf ist, dass ich den Leuten den Spaß verderben will. Ich bin aber keine Spaßbremse, sondern weise nur darauf hin, dass unser Handeln heute mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden ist – vor allem für unsere Kindeskinder, und für die Armen im Süden. Manche halten das für Übertreibung, um irgendwelchen finsteren Interessen zu dienen – wobei ich immer noch nicht herausgefunden habe, welche das sein könnten. Ich kriege kein Geld dafür, dass ich davor warne, dass die Welt vor dem Abgrund steht.“
Dem kann ich mich uneingeschränkt anschließen.  Genießen Sie die Feiertage und fragen Sie nach  – ist es nachhaltig?

Dr. Elke Seidel, Umweltmedizinerin, Energiepolitikerin,
01.12.2015