Sie sind hier

Klimawandel - da war doch mal was?

Temperaturverteilung

Was interessiert mich der Klimawandel? Jede Wetterkapriole ist doch völlig normal. Geregnet hat es immer, und die Sonne brannte auch früher schon.
Die EU hat vor wenigen Tagen das Klimaabkommen unterzeichnet – endlich, nach langem Zögern. Nun wird doch weltweit anerkannt, dass es eine globale Erwärmung gibt und die Menschheit nun endlich handeln muss.

Wie ist denn eigentlich der Stand? Und was heißt 2 Grad eigentlich?
Mit dem 2-Grad-Ziel ist eine Erwärmung der globalen Mitteltemperatur über den vorindustriellen Wert ab 1850 hinaus gemeint. Es geht also nicht darum, um wie viel Grad Celsius die Temperatur gegenüber heute noch zunehmen darf. Gegenwärtig liegt die globale Mitteltemperatur bereits um 0,8 °C über dem vorindustriellen Niveau. Allgemein wird davon ausgegangen, dass eine weitere Erwärmung von 0,5 °C, u.a. aufgrund der Langlebigkeit der bisher emittierten Treibhausgase und der Trägheit des Ozeans, bereits im System steckt und nicht mehr zu vermeiden ist, auch wenn die globalen Emissionen von Treibhausgasen in wenigen Jahren völlig eingestellt würden.

Diese Animation zeigt uns die Kurven des Jahres 2016, die doch schon sehr eng am 1,5 Grad Bereich kratzen.
Obige Grafik ist das Standbild der Animation. Je heller die Linien, desto näher an der Gegenwart liegen die Daten. Besonders beeindruckend – um nicht zu sagen: erschreckend – sind die letzten Monate, die sich schon sehr nah an die 1,5-Grad-Grenze heran gearbeitet haben.
Diese wird von einem Teil der Klimawissenschaftler als die Schwelle angesehen, die nicht überschritten werden sollte, wenn die großen Eisschilde in der Antarktis und auf Grönland nicht nachhaltig destabilisiert werden sollen. Die 2-Grad-Grenze ist inzwischen in verschiedenen internationalen Verträgen von den meisten Staaten als die Grenze anerkannt worden, die nicht überschritten werden darf. Eine entsprechende Anpassung ihrer Klimaschutzziele haben die meisten Staaten allerdings bisher nicht vorgenommen. Auch Deutschland nicht.

Aber: was hat das alles mit mir zu tun? Ich will leben und mich nicht um solche Lappalien kümmern!

Das stimmt wohl, das will jedermann. Aber: Handeln eines Jeden verändert unsere EINE ERDE – jeden Tag. Egal was Sie tun, alles hat Auswirkungen auf unsere Umwelt – ob Sie Papier wegwerfen oder Plastiktüten. Und wie gehen wir mit unserer Umwelt um? Pfleglich? Wohl kaum, kurzes Gras wird noch kürzer geschnitten, blühende Blumen sieht man kaum an Wegesrändern – was die Chemie nicht schafft, wird umgebrochen. Hecken, Bäume und Sträucher in der Landschaft? Sie sind selten geworden – und damit steigt der Humusverlust durch Wind- und Wassererosionen. Wir sollten wirklich die Biomasse, die von den Bäumen im Herbst fällt, am Boden belassen, überwintern und im Frühjahr  als Düngung nutzen. Was stört Sie denn ein Laubhaufen im Winter im Garten? Er bietet Schutz für Getier, Schutz für die Erde und verkommt langsam. Im Frühjahr werden Sie erstaunt sein, wie wenig richtiges Laub Sie noch finden werden. Versuchen Sie es doch einfach mal!  Und wenn an der Straße der Baum eine nackte Baumscheibe hat – bedecken Sie die doch mal mit Gründung bzw. Laub. Man kann die Blätter mit einem Rasenmäher zerkleinern – und schon bleiben sie liegen und fliegen nicht davon.  Und wenn? Dann bleiben sie woanders liegen. Wen stört es? Und vor allen Dingen:  VERZICHTEN SIE DARAUF, LAUBHAUFEN ZU VERBRENNEN!

Denn Ihr Garten muss nicht besenrein sein.  Mit dem Verbrennen von Laub, Rasenschnitt oder Holz entsorge ich Materialien, die ich nicht haben will. Ich vernichte Biomasse, die die Sonne mit ihrer Kraft hat wachsen lassen, die zum natürlichen Kreislauf gehört und auch in diesen Kreislauf wieder eingebracht werden sollte. Durch die Vernichtung können die Inhaltsstoffe der Pflanzen nicht mehr dem natürlichen Kreislauf zugeführt werden, sie fehlen dem Boden, den Mikroorganismen. Nun müssen Sie ihren Pflanzen künstliche Düngemittel hinzufügen, damit die Blume blüht und der Strauch wächst. Ein Teufelskreis! Haben Sie schon mal versucht, ihren Rasenschnitt unter den Sträuchern zu verteilen? Nach einer oder zwei Wochen wimmelt es von Regenwürmern und sonstigen Organismen, die Ihren Gartenboden lockern, verarbeiten und ernähren, die Wasserhaltefähigkeit erhöhen.

Eine gute Zeit! 
Mit sonnen-energi(e)schen Grüßen Ihre Elke Seidel
07. Oktober 2016