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Ab 15. Juli 2015– begehren auch Sie?

Bild zur Erläuterung von Volksbegehren (rbb)

Im Amtsblatt der Stadt Beelitz Nr. 7 wird das Volksbegehren „Volksinitiative gegen Massentierhaltung“ angekündigt. In der Zeit vom 15. Juli 2015 bis zum 14. Januar 2016 können Sie mit Ihrer Unterschrift Ihrem Willen gegen industrielle Tierhaltung Ausdruck verleihen. Für einen Erfolg des Anliegens sind 80.000 Unterschriften nötig – diese müssen aber von Jedem persönlich im Einwohnermeldeamt  geleistet werden. In Brandenburg ist es leider noch nicht möglich, diese Unterschriften in anderen Räumen oder auf Plätzen zu sammeln.

Die Überschrift ist etwas verwirrend,  „Volksinitiative gegen Massentierhaltung“ – was ist Massentierhaltung? Wann fängt die „Masse“ an? 10 Hühner sind eine Masse? Aus diesem Dilemma kommt man aber schnell heraus, wenn wir sagen: Keine industrielle Tierhaltung.  Mit dem Volksbegehren sollen Forderungen nach einer artgerechter Tierhaltung durchgesetzt werden.

So soll beispielsweise das Kupieren der Schnäbel beim Geflügel und von Schwänzen bei Mastschweinen verboten werden. Außerdem soll die Vergabe von Fördermitteln an artgerechte Tierhaltung geknüpft werden. Dem Bündnis gehören mehr als 40 Organisationen an.

Sollten die erforderlichen Unterschriften zusammenkommen, muss der Landtag darüber abstimmen. Lehnt der ab, kommt es zu einem Volksentscheid.

Wer kann noch Fleisch aus industrieller Massenproduktion mit gutem Gewissen essen? Wer sich die Bilder, Zustände, Arzneimittelstatistiken, Krankheitserreger ansieht, kann es eigentlich nicht mehr.  Auch ich bin auch aus diesen Gründen auf vorwiegend vegetarische Kost umgestiegen. Und siehe da: ich vermisse nichts, und der Gesundheit tut es gut.

Bitte setzen Sie sich mit dem Problem auseinander – denn das Problem ist nicht aus der Welt, wenn wir nicht daran denken.  Und suchen Sie das Einwohnermeldeamt auf.  

Dr. ELKE SEIDEL
Umweltmedizinerin und Pulmologin

BN 07.07.2015