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Ewiges Plastik – eine Zivilisationserscheinung oder eine Nachlässigkeit

„Plastik kann Jahrzehnte, teils Jahrhunderte in der Umwelt verbleiben. Im Laufe der Zeit werden größere Plastikteile stark zerkleinert, sie sinken von der Oberfläche in die Tiefe der Meere ab. Nach Angaben des WWF finden sie sich in vielen marinen Organismen, in Muscheln, Fischen oder auch Fischlarven. Tiere verhungern, weil sie Plastikreste fressen.“

Plastik folgt uns das ganze Leben lang. Der Schnuller, die Windel – damit fängt es an und geht dann weiter über Spielsachen und Geschirr. Wenn wir uns im täglichen Leben umschauen, stoßen wir überall auf Plastiktüten und Sachen aus Plaste. Alle wissen eigentlich, dass darin chemische Weichmacher (Phthalate  und Bisphenol A) angereichert sind, und dass diese chemischen Substanzen wie Hormone wirken – sie sind verantwortlich dafür, dass Fische in den Gewässern verweiblichen oder kleine Kinder schnell Brustansätze bekommen. Denn die Substanzen können das empfindliche Hormonsystem der sich entwickelnden Kinder  durcheinanderbringen und stören. Zahlreiche Studien haben inzwischen gezeigt, dass Zivilisationskrankheiten wie Unfruchtbarkeit oder Krebs mit dieser Schadstoffbelastung in Zusammenhang stehen.

Eine Studie „Plastiktüten in Deutschland“ von www.mymarktforschung.de befragte 1000 Personen zwischen 18 und 70 Jahren zur Nutzung von Plastetüten.
Die Hälfte davon nutzt vorwiegend Stoffbeutel und Einkaufskörbe für den Transport der Einkäufe, nur jeder zehnte eine Plastiktüte. Das hört sich erstmal gut an, aber schauen wir doch mal selbst in den Einkaufswagen nach – wie viel Plaste steckt da noch an/in den Einkäufen? Sie wissen es doch selbst – jeder Apfel muss in eine Plastetüte – aber warum denn? Das Gymnasium könnte eine Projektwoche starten – und in den Einkaufhallen Papiertüten anbieten und Aufklärungsarbeit leisten.

Ich gebe zu, auch ich greife immer wieder zu den allgegenwärtigen Plastetüten…….

Beim Ländervergleich der Studie steht Brandenburg an der dritten Stelle mit ca. 4,4 Plastiktüten in vier Wochen je Befragten  hinter Hamburg mit  7,1 und Meckpom mit 4,7;  Bremen ist mit 0,5 Tüten letzter in der Runde,  Sachsen und Thüringen liegen bei 3,0.
Sicher, die Zahlen sagen nicht viel aus, aber sie geben Anlass zum Nachdenken.  Brauchen wir das alles?
Sehr viele wertvolle Tipps, wie Sie Plaste vermeiden können, finden Sie im Internet. Nehmen Sie in Ihren Rücksäcken oder Hand­taschen Stoffbeutel mit.  Die Beutel können Sie bei jedem Einkauf nutzen und wieder nutzen und wieder nutzen und wieder nutzen... Verzichten Sie auch auf die Plastiktüten für Obst und Gemüse! Und noch etwas: Plastik-Verpackungen im Laden lassen.

Ihre Dr. ELKE SEIDEL
Umweltmedizinerin
033204-34703, 08. Februar 2016

Und noch ein Hinweis in eigener Sache: Sie finden meinen Artikel „Gedanken zum Jahr 2016“  aus den letzten BN, Nr. 01, Seite 7 nicht in der Internetausgabe – er verschwand auf den Amtsblattseiten ebenso wie die Termine des Familienzentrums, die beide nur mühsam unter Politik zu finden sind. Es sollte richtiggestellt werden.

Und noch ein Hinweis: wer Aktendullis und CD-Hüllen (stabile und papierne)  benötigt – ich gebe sie kostenlos ab. Bitte melden Sie sich bei mir.