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Der heutige Tag ist regnerisch und dunkel.

Energieautark in der Region

Ich habe Wärme und Licht – das garantiert mir der Verbund der „wärme- und stromerzeugenden Bürgerinnen und Bürger“

Ein Bericht aus der Zukunft: „Meine PV-anlage produziert  heute nur wenig Strom. Das Wasserrad vom Nachbarn gleicht diese Senke aus, da die Nieplitz voller Wasser ist.  Unsere LED Lichtanlage im Haus verbraucht ja auch nur wenig Strom, auch die Waschmaschine ist energieeffizient – und wird heute , am sonnenstromarmen Tag,  auch gar nicht angeschaltet. 

Für den wohlschmeckenden Gemüseeintopf reicht der Strom allemal – so zeigt es unsere Hausstation an, die mir sagt: es ist genug Strom im Netz. Und außerdem laufen ja die 20 Blockheizkraftwerke BHKW im Ort, die zu einem Kraftwerk zusammengeschaltet sind und wie ein Schwarm den benötigten Strom liefern. Die Biogasanlage beim Bauern um die Ecke bringt Strom nach Bedarf in unser gemeinsames “Netz der Willigen“ und stabilisiert es.  Heute kann er sogar die Biogasanlage etwas drosseln, weil so viel Wasserkraftstrom da ist. Im Ort leidet auch niemand an Wärmemangel, denn die eigenen Holzöfen, Mikro-BHKW, Wasserwasserspeicher usw. wärmen das Haus und das Brauchwasser. Denn niemand verbrennt mehr Holz, ohne gleichzeitig seinen Warmwasserspeicher aufzufüllen.  Ja, und das spannende an der Situation ist, alle sind miteinander vernetzt, die Netzspannung stimmt immer. Also Strom im Überfluss – obwohl es draußen so dunkel ist.  Wo ist das Problem? Eine Leitstation managt über 24 Stunden, rund um die Uhr, damit die Energieerzeugung genau dem  Energiebedarf entspricht.“

Das Problem liegt darin, dass sich eben niemand oder nicht viele vorstellen können, dass man den Stromfluss so managen kann – egal ob vom Erzeuger zum Verbraucher oder vom Verbraucher zum Erzeuger.  Wir erzeugen den Strom, wenn er gebraucht wird.  Was wir nicht brauchen, wird nicht erzeugt. Das Netz bricht zusammen?  Nein, das tut es nicht, denn mit der Nachbarregion sind wir verbunden, die jeweilige Leitwarte hat Reserven im Hintergrund – sie kann die Schwarmstromkraftwerke bei Bedarf ansteuern, die kann sie wieder ab regeln, wenn genug Strom da ist. Die Leitwarte kann Verbraucher oder weitere Erzeuger dazu schalten, wenn der Bedarf es erfordert.

Ich bin der festen Überzeugung – so oder so ähnlich wird unser zukünftiges Energiedienstleistungssystem aussehen. Alle werden etwas beitragen und alle werden profitieren.

Eine Utopie? Nein. Denn solche Projekte existieren bereits heute in den verschiedenen Regionen und in unterschiedlichen und  fortgeschrittenen Stufen. Wann auch bei uns?

Was fehlt? Die technische Seite ist klar, es fehlen Menschen, die das bekannte Wissen anwenden und den Weg beginnen. Und es fehlt der gesellschaftliche Rückhalt: ja, so wollen wir es machen.  Um zu managen braucht es viel Vorarbeit und  viel Kooperation und Geld. Ich wünsche mir einen Anstoß,  der uns auf diesem Wege weiterkommen lässt. Denken Sie doch mal darüber nach. Denn gerade der 5. Jahrestag von Fukushima am 11. März und der 30 Jahrestag von Tschernobyl  am 26. April sollten Anlass geben, über neue und notwendige Schritte in die Dienstleistungsgesellschaft nachzudenken.

Mit sonnen-energi(E )schen Grüßen Ihre ELKE SEIDEL
Stadtverordnete und Sprecherin der ARGE erneuerbare Energien in Potsdam Mittelmark
07. März 16

Dies in Verbindung mit der Katastrophe Fukushima 5 Jahre, Tschernobyl 30 Jahre.
Weitere Informationen dazu:
www.kombikraftwerk.de ,   www.kommunal-erneuerbar.de   www.unendlich-viel-energie.de