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Damit alles so bleibt für unsere Stadt (unsere EINE ERDE) und deshalb: weiter so?

Quelle: NASA

Wer sich wünscht, dass alles so bleibt wie es ist, der vergisst, dass sich die Welt weiterdreht – und sich die Rahmenbedingungen, mit denen wir groß geworden sind, stündlich ändern. Und deshalb sollten wir alles ändern, um ein Überleben zu sichern.
Wie fühlen Sie sich in dieser Stadt und in diesem Kreis? Wollen Sie, dass alles so bleibt wie es ist und wie es gestaltet und geführt wird?
Was gibt es denn bei uns zu verändern?
Ich bin der festen Überzeugung, dass sich jeder Mensch, egal welchen Beruf er ausübt, jeden Tag neu erfinden und neu bewegen muss. Wer jeden Tag nur stur nach den Bedingungen des Vortages agiert, wird den wachsenden Ansprüchen nicht gerecht. Und meine Meinung sagt eindeutig: Der Bürgermeister macht seine Sache als Kulturmanager der Stadt und der Region gut. Aber reicht das? Was liegt denn noch brach und bleibt unbeantwortet und unbearbeitet?
Katastrophenschutz und Feuerwehr – haben wir einen Katastrophenschutzplan? Wissen die Bürgerinnen und Bürger wie sie sich verhalten müssen  bei Naturkatastrophen, bei chemischen Unfällen, bei Havarien und anderen bedrohlichen Situationen? Wo sind die zentralen Telefonnummern bei Katastrophen?
Wo haben wir Konzepte nach denen die Verwaltung eigenverantwortlich arbeitet? Gibt es eine Spiel-und Sportstättenkonzeptionen, die in Priorität und finanzieller Größe abgestimmt ist? Haben wir einen Bedarfsplan für KITA-Plätze, eine Übersicht, wie viele KITAPLätze wir in Zukunft brauchen und wie und wo wir neue Stätten errichten? Es gibt keinen Plan, es gibt jeden Tag neue Aussagen, die manchmal nicht sehr beständig sind. Schade. Haben wir wirklich ein Straßenentwicklungskonzept? Und wissen wir, wie und wo wir den MIV parken lassen können? Reichen die Parkflächen oder sollte nicht auch mal an ein Parkhaus (mit PV-Bedachung und Elektro-tankstelle) gedacht werden? Haben wir ein Kataster der kommunalen Flächen und Räumen, und wissen wir eigentlich wie der Bedarf sein wird und wie er sich entwickelt? Müssen wir wirklich private Flächen anmieten und kommunale Flächen „verschenken“?   Mit Konzepten oder belastbaren Aussagen tut sich die Verwaltung sehr schwer. Sie redet und redet, ein belastbares Konzept, an dem sich die politische Meinungsäußerung entlanghangeln könnte – ein unbekanntes Wesen in der Stadtverordnetenversammlung. Wir diskutieren meist aus dem Bauch. Leider.  Schauen Sie sich doch mal die Einladungen zu den Ausschusssitzungen an – kaum ein Tagesordnungspunkt ist mit einer Vorlage untermauert. Meist stehen nur Worte, mehr oder weniger unbestimmt geschrieben, auf der Einladung.  Vorbereitung? Fehlanzeige, ohne Unterlagen ist eine Vorbereitung nicht möglich. So wird dann in der Sitzung ein Projekt vorgestellt – und gleich abgestimmt, obwohl man nie alle Für und Wider erkennt, berät oder auch nur nennt. Für mich wird in diesem Jahr wichtig sein, wie sich die Stadtverordneten verhalten, wenn im Jahr 2019 wieder Kommunalwahlen vor der Tür stehen – werden sie den Mut haben, dafür zu sorgen, dass das Wahljahr 2019 die Abschlüsse der Haushaltsführung bis 2018 offenlegt? Ich bin gespannt.
Andere Themen kann ich hier gar nicht vertieft ansprechen: Spargelanbau unter Folie, macht er unsere Region reich oder arm an Biodiversität (Biodiversität beschreibt die biologische Vielfalt auf unterschiedlichen Organisationsstufen: 1) genetische Variabilität innerhalb einer Art, 2) Mannigfaltigkeit der Arten (Artenvielfalt) und 3) Vielfalt von Ökosystemen)?.
Blühstreifen – was sie können und was nicht, und wo gibt es – außerhalb der Blühflächen bienentaugliche Blühten?
Nieplitzverschmutzung durch geklärtes Abwasser – wissen wir, was alles ins Klärwerk eingeleitet wird – und vor allem, was „geklärt“ in die Nieplitz entlassen wird (zum Beispiel Arzneimittel, Hormone, Radionuklide, Uran)??
Grünflächenbehandlung in der Stadt und Behandlung der Bäume und Sträucher; wo gibt es eigentlich blühende Sträucher an den Wegrändern, die nicht von Privaten oder an Kleingärten vorhanden sind?  Gibt es eine Grünflächenzonierung – hier wird dreimal gemäht, hier nur einmal im Jahr?? Wie oft kann man Grasmäher beobachten, die kurzes Gras noch kürzer machen – damit nur nicht eine Blume ihren Kopf erheben kann.
Betriebskostenerhebung und Betriebskosten senken – ein Thema für die Verwaltung? Für den privaten Bürger  ist sicher die Jahresabrechnung der Energieträger immer wieder eine Überraschung, und er macht sich Gedanken, wie er seine Kosten senken kann. Für eine Verwaltung sind die Betriebskosten ein sehr großer Posten! Aber gibt es eine Strategie, wie man sich der Reduzierung der Verbräuche nähert? Ich sehe da keine Sonne am Himmel.
Weil die Gedanken, die nicht im Mainstream laufen,  von den meisten bisher unreflektiert abgelehnt werden, sollten wir nachdenken und vielleicht eine andere Diskussionskultur einfordern und Praktizieren. Und hier muss eine offene Demokratie ansetzen – Gedanken zulassen und OHNE AUSGRENZUNG diskutieren, sacken lassen, wichten und dann, begründet, entscheiden. Und wenn es am Anfang nur kleine Gruppen sind, die sich austauschen.
Ihre Dr. Elke Seidel
01.03.2018
Wenn dieser Artikel erscheint, wird der alte Bürgermeister auch der Neue sein. Ich wünsche ihm die Kraft und den Mut, vielleicht so zu handeln, wie ich versucht habe, es darzulegen.