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Reaktion auf meinen aktuellen Beitrag in den "Beelitzer Nachrichten"

gleich nach dem Einsenden des Artikels  "Zu aktuellen Problemen im November" (siehe nebenstehenden Blog "Meine Meinung") an die Beelitzer Nachrichten am 1.11. kam am 2. November die anliegende Reaktion des Bürgermeisters, die ich als "offenen Brief" auffasse, da im Postskriptum die Verteilung an alle Stadtverordneten angekündigt ist.

Ich musste darauf antworten:  Lieber Herr Knuth, ich gehe nicht auf die Punkte im Einzelnen ein, nur, ich habe nicht versprochen, den anderen Kreistagsmitgliedern aus Beelitz Ihre  inoffizielle Position mitzuteilen.  Und übrigens geht es mir nicht um Druck, sondern um Austausch der Argumente. Mit s.-e. Grüßen Ihre ELKE SEIDEL

Das Schreiben des Bürgermeisters:

Sehr geehrte Frau Dr. Seidel,

da ich heute Ihren Beitrag für die nächsten Beelitzer Nachrichten gesehen habe, möchte ich Ihnen gegenüber mit dieser kleinen E-Mail meine Verwunderung zum Ausdruck bringen. Ich bin enttäuscht, dass Sie mit einer entsprechenden Unwahrheit an die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt herantreten.

Sie haben mich im vergangenen Monat kontaktiert und haben nach der Position des Bürgermeisters gefragt bzw. haben sich über das Stimmungsbild in anderen Kommunen zur angestrebten Zentralisierung des Landkreises Potsdam Mittelmark in Beelitz-Heilstätten erkundigt. Nach Ihrer E-Mail ist in kürzester Zeit ein Rückruf an Sie erfolgt und in diesem langen Telefonat habe ich Ihnen nicht nur meinen Standpunkt, sondern auch viele Interna aus der letzten Runde der KAG geschildert.

Das Telefonat endete mit einer Nachfrage meinerseits, ob diese an Sie getätigten Informationen durch Sie an die anderen Kreistagsmitglieder weitergegeben werden oder ob eine gemeinsame Information inkl. Treffen notwendig ist. Wir haben uns darauf geeinigt, dass Sie die Information und Position an die anderen Kreistagsmitglieder weitergeben. Das zu Ihrer Behauptung in den Beelitzer Nachrichten, ich hätte mich mit Ihnen dazu nicht verständigt und dem Versuch, den Beelitzern zu suggerieren, dass der Bürgermeister dazu keine Position eingenommen hat.

Sehr geehrte Frau Dr. Seidel, die Organisation der Verwaltung des Landkreises obliegt dem Landrat, der Verwaltung des Landkreises und den Kreistagsabgeordneten.

Da Sie auch in Ihrem Artikel das Verhalten von Herrn Koch und von Herrn Baaske und somit auch das Verhalten des Bad Belziger Bürgermeisters Herrn Leisegang kritisieren und in unmittelbaren Zusammenhang der anstehender Kommunal- bzw. Kreistagswahl stellen, verwundert es mich sehr, dass Sie nun gleiches von den Beelitzer Bürgern erwarten. Ich halte es für nicht gut, durch die Beelitzer Bürgerschaft in irgendeiner Weise Druck auf Kreistagsabgeordnete bzw. andere Kommunen und Bürgermeister des Landkreises auszuüben. Wir würden uns bei der Neustrukturierung unserer Kommune auch nicht von anderen Bürgermeistern oder Einwohnern benachbarter Kommunen etwas vorschreiben lassen.

Sehr geehrte Frau Dr. Seidel, eine Positionierung der Beelitzer Bürger und auch der Stadtverordneten halte ich für kontraproduktiv. Ich habe meinerseits auf der letzten Kreisarbeitsgemeinschaft klaren Standpunkt bezogen. Nicht durch Worte und Protest, sondern durch eine hervorragende Stadtentwicklung schafft man die Grundlagen für die Ansiedlungen in Beelitz-Heilstätten. Den derzeitigen Stand und die guten Aussichten für diesen unseren Gemeindeteil haben wir vor allem dadurch erreicht, indem wir mit allen Partnern vor Ort aufgeschlossen, konstruktiv und auf Augenhöhe umgehen. Und indem wir auf die Menschen zugehen und bei ihnen Begeisterung für unsere Stadt und diesen Standort wecken.

Damit, so ist meine Erfahrung, erreicht man wesentlich mehr als durch Poltern und durch Pessimismus. Ich würde mir wünschen, dass diese Erkenntnis von Vertretern des politischen Raumes wenn schon nicht befürwortet, dann doch zumindest bedacht wird.   

Mit freundlichen Grüßen,

Bernhard Knuth
Bürgermeister

PS.: Ihren Leserbrief und meine Antwort werde ich an alle Stadtverordneten weiterleiten