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Der Sommer wird und bleibt schön – so wie jede Jahreszeit

Baumscheibe in Bad Belzig

Liebe Leserinnen, ich möchte Sie in eine angenehme Sommerzeit entlassen und Ihnen eine Bitte mit auf den Weg geben: Erholen Sie sich, bleiben Sie kritisch und betrachten alle Schönheiten – auch die kleinen am Wegesrand. Denn davon finden wir unzählige auf all unseren Wegen.

Blühstreifenverein: Eine Veranstaltung in Wittbrietzen führte Unterstützer und Neugierige am 30. Juni zusammen.  Nach zwei Jahren aktiver Arbeit konnte der Verein einiges vorweisen. Die Vorträge aus Sachsen und Sachsen-Anhalt waren exzellent und zeigten, dass Brandenburg mal wieder Nachholbedarf hat. Aber wen wundert es. Brandenburg arbeitet überhaupt nicht nachhaltig.  Blühstreifen haben die Eigenschaft, in der blütenarmen Zeit Juni bis August Blüten zu entwickeln und den Insekten, Bienen, Wildbienen Nahrung anzubieten. Blühstreifen sind keine einjährigen Blumenbeete,  die während der Blüte besonders hervorstechen, sondern mehrjährige Pflanzenmischungen, die natürlich in Gestalt und Ausprägung der Vielzahl und Größe der Blüten  je nach Standort schwanken.  Deshalb kann ich Worte nicht verstehen, wie „Das sieht ja unordentlich aus und blüht ja gar nicht“. Bitte lesen Sie nach und lassen Sie sich ermuntern, auch in Ihrem Vorgarten Natur zuzulassen! Wussten Sie schon, dass Totholz im Wasser die Wasserqualität verbessert?

Nachhaltigkeitsveranstaltung am 2. Juli in Potsdam:

In Brandenburg existiert eine Nachhaltigkeitsstrategie seit 2016 – dann wurde der Nachhaltigkeitsbeirat aufgelöst. Und nun werden die Diskussionen dazu aus der Schublade geholt, das, was schon lange klar war, wird in Frage gestellt und als „Alibiveranstaltung“  heute  die sogenannte Öffentlichkeit beteiligt. Gerne finden Sie die Informationen  auf der Landesregierungsseite oder können sie nachfragen.  Eine Emailadresse wird eine weitere Beteiligung vielleicht ermöglichen.  Es ging um Themen wie Soziales, Umwelt, Wirtschaft und Arbeit, dritte Welt und Entwicklung, Städte und Gemeinden.  Zu allen Themen gab es eine Vorlage, die nichts Fassbares enthielt.  Als Beispiel nenne ich Ihnen nur den Flächenversiegelungsgrad. Seit Jahren werden die 80 Hektar, die täglich bundesweit versiegelt werden, angeprangert. Alle sprechen, wir müssen runter auf mindestens 30 Hektar! Und was tun wir dafür, dieses Ziel zu erreichen? Nicht sehr viel- die Landesregierung nennt  die Zahl nicht einmal mehr in den Zielen zur Umsetzung der AGENDA 2030 in Brandenburg. Ich finde es erschreckend, wie mit unsere Umwelt und unserer EINEn ERDE umgegangen wird.  Wir holzen ab, versiegeln, verdichten und verschmutzen -  ohne Nachzudenken? Oder machen wir das wissentlich? Ist uns die Zukunft egal? Auf diese Fragen gab die Veranstaltung leider keine Antworten.  Und wir sollten bedenken, dass unsere Probleme im satten Deutschland klein sind im Vergleich mit Ländern in Afrika und Asien. Und dennoch rüsten wir weiter auf.

Stadtgrün in Beelitz:

Ein Bild wie im Herbst bietet sich bei dieser Trockenheit und dem Wassermangel überall in der Landschaft und auch in der Altstadt. Nun hat das Gutachten der Bäume in der Altstadt einen Pilz als Ursache des Laubfalls gefunden und alle Bäume sollen sterben.  Angeblich gäbe es keinerlei Möglichkeiten, den einen oder anderen Baum zu retten. Der Klimawandel schlägt zu und verschont auch nicht die Innenstadt. Das wissen wir seit Jahren. Und eine bessere Situation für alle Bäume im Altstadtgebiet  wird seit Jahren versäumt und nicht geschaffen. Keine Pflege, keine Düngung, kein Verschnitt in regelmäßigen Abständen, die Baumscheiben sind viel zu klein, die Bäume sind durch Beton eingemauert, der Stress durch Hitze und Trockenheit nimmt zu, und wenn dann noch durch Wetterlagen ein Pilzbefall hinzukommt, müssen die Bäume ja reagieren. In allen Gärten zeigt die Hitze und Trockenheit Wirkung.  Nach meiner Meinung müssen nicht alle Bäume in der Altstadt gefällt und durch neue ersetzt werden. Wenn ein Organismus (zum Beispiel der Mensch) von einem Pilz befallen wird, so gibt es Ursachen, er wird behandelt – der befallene Teil wird nicht herausgeschnitten.  In der Altstadt finden wir  nicht nur Rotdornbäume, es gibt um den Marktplatz und in der Brauerstraße Ahornbäumchen, die lange vernachlässigt wurden, die aber schön grün sind und eine gute Krone haben. Vielleicht sollten wir hier anfangen, die Pflege  zu intensivieren und insbesondere hier die Baumscheiben (begehbar) zu  vergrößern.  Dass kann sehr gut auch in dieser Zeit geschehen, denn die Bäume würden sich über größere Baumscheiben, Luft, Wasser und Nährstoffe freuen.  Ich bitte dies zu prüfen und nicht willkürlich alles zu fällen. Und wie wäre es mit einem Vororttermin?

Die nächste Kreistagssitzung ist am 5.7.2018 – in jeder Kreistagssitzung werden jetzt Einwohnerfragestunden durchgeführt. Wenn Sie eine Frage, den Kreis betreffend, haben, so richten Sie sie an das Kreistagsbüro oder direkt an den Landrat.

Denken Sie daran, Sie sollten in dieser Trockenheit nicht im Freien rauchen.

Ich verbleibe mit sonnen-energi(E )schen Grüßen Ihre ELKE SEIDEL
2. Juli 2018

Foto: Eine großzügige, begehbare Baumscheibe in Bad Belzig