Und es geht schon wieder los …

Die Coronazeiten sind schon schlimm genug, nun geht der Landesbetrieb Forst noch einen Schritt weiter: Karate Forst liegt ja noch aus dem letzten Jahr im Keller, nun muss es weg, es hört und liest ja sowieso keiner was, außer Corona. Und da ja auch Allgemeinverfügung drüber steht, wird es schon durchgehen. Schreit auf und wehrt Euch laut!  Schau Dir das Amtsblatt 13_20, Seite 283 an, da lesen wir , dass Kiefernschädlinge unbedingt jetzt nach Ostern bekämpft werden sollen. Ein Unding, wir machen weiter – und alle Argumente, die im vorigen Jahr die Ausbringung per Hubschrauber stoppten, sind Schall und Rauch und sind wahrscheinlich niemals bis in die Forstbehörde vorgedrungen? Bitte verteilt diesen Aufruf und das Amtsblatt! Es geht um die Gegend Niemegk, Rietz, Hohenwerbig und Lobbese. Aber – wir sind alle betroffen!

Im vorigen Jahr wurden Flächen behandelt – und danebenliegende Flächen konnten durch die Proteste vor der Bespritzung bewahrt werden. Im Herbst machte Herr Tempel (der Tempelwald war ein Protestgebiet) einen Rundgang und zeigte uns: Die besprühten Flächen sahen schlecht aus- trocken, ohne Leben, die nicht besprühten Gebiete waren grün und voller Insektenleben. Den Bäumen sah man nicht an, dass durch das fehlende Karate die Nonne gewütet hätte!! Also: warum wertet die Forstbehörde nicht erst diese Zusammenhänge aus, bevor sie wieder Gift versprüht? ich fordere ein Moratorium – stopp für alle vorgesehenen Besprühungen! Lasst den Wald in Ruhe, er hat schon genug Stress durch Hitze, Dürre und Sturm. Und ich habe mal gelernt – die Schädlinge (wer auch immer das sein mag) befallen schwache und kranke Bäume, so wie das Coronavirus Kranke und Schwache vorrangig angreift. Überall, wo der Mensch in die natürlichen Prozesse eingreift, entsteht Chaos und schwere Schäden für die Allgemeinheit.

Mit empörten, ohnmächtigen Grüßen
ELKE

Reaktion aus dem Ministerium:

Bislang ist nichts gespritzt worden, da die rechtlichen Voraussetzungen aktuell nicht vorliegen. Möglicherweise haben die kalten Nächte auch schon für eine Beseitigung des Problems gesorgt. Es wird eine ausführliche Pressemitteilung des Ministeriums geben.   Der Landesforstbetrieb Brandenburg hat im Amtsblatt für Brandenburg die vorsorgliche Sperrung von Waldflächen im Bereich der Oberförsterei Dippmansdorf bekanntgemacht, da das Monitoring des LFE dort einen erhöhten Befall mit Kiefernspinnern vermuten lässt. Diese Bekanntmachung im Amtsblatt, das lediglich alle vier Wochen erscheint, ist eine vorsorgliche Maßnahme und keine Vorfestlegung auf eine durchzuführende Bekämpfung der Kiefernspinnervorkommen mit „Karate Forst flüssig“.

Das Ministerium lädt die Umwelt- und Waldbesitzerverbände  in der Woche nach den Osterferien ein, um gemeinsam nach tragfähigen Alternativen und Lösungen für den Umgang mit Schadinsekten in Kiefernwäldern zu suchen.

Das Monitoring durch das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) ist noch nicht abgeschlossen, da aufgrund der niedrigen Temperaturen der letzten Tage die Raupen des Kiefernspinners nicht mobil sind. Zeigt das Monitoring weiterhin einen erhöhten Befall der Gebiete mit dem Kiefernspinner, können Waldbesitzer Anträge auf die Behandlung ihrer Flächen mit Karate Forst an das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung stellen. Das LELF muss diese Anträge dann bescheiden, bei der Prüfung wird das Landesamt für Umwelt für eine artenschutzrechtliche Bewertung einbezogen.