Ab in die Tonne…

So handeln noch immer sehr viele Menschen, ohne darüber nachzudenken, was sie mit diesen „Fehlwürfen“ anrichten. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Kreistag Potsdam-Mittelmark besuchte die APM GmbH im Betriebshof Niemegk. Wir wurden durch den Geschäftsführer, Herrn Wendenburg, über das Gelände geführt und wir konnten erkennen, mit welchem Aufwand zum Beispiel der Elektronikschrott auseinandergeschraubt und separat gesammelt wird. So können viele Rohstoffe direkt dem Kreislauf wieder zugeführt werden. Viele gefüllte Paletten warten auf ihre Wiederverwendung. Deshalb hat der kreisliche Abfallbetrieb ja auch die kostenfreie Abholung von Sperrmüll und Elektronikschrott im Angebot. Jeder erhält mit dem jährlichen Abfallkalender Hinweise, Ratschläge,  Termine,  Telefonnummern oder die APM-App, über die man an die regulären Abholtermine erinnert wird und Sonderabholungen für Elektronik und Sperrmüll vereinbaren kann.  Nutzen Sie bitte diese Möglichkeiten! Und fallen Sie bitte nicht auf die Blätter in den Briefkästen herein, die alles abholen wollen egal ob Schrott oder Schuhe oder Kühlschränke. Diese Abholer haben aber keine Namen und keine Telefonnummer – sie sammeln auf, sortieren irgendwo, und nicht brauchbare Reste landen im Wald oder sonst wo. Lassen Sie bitte diese Zettel unbeachtet. Denn der APM muss den Müll dann im Wald suchen, finden und  entsorgen – und als Folge wird die Müllgebühr steigen müssen. Sie muss auch steigen, wenn Handwerksbetriebe ihren Abfall (wie Asbestdächer) im Wald entsorgen. Warum tun Sie das?  Geht es den Betrieben wirklich so schlecht?

Runter vom Dach – und auch in die Tonne?

Klimaschutz ist in aller Munde – aber beginnt jetzt nicht schon  wieder der inflationäre Gebrauch des Wortes? Wer handelt? Im Jahr 2021 fallen ca 18 Tausend Photovoltaik-Anlagen aus der Stromeinspeisevergütung heraus. Das sind überwiegend kleine Anlagen von Privatpersonen. Ohne weiteres dürfen die Anlagenbetreiber nach dem Auslaufen der EEG-Förderung aber nicht einfach weiter Strom ins Netz abgeben, warnen Bundestagsabgeordnete wie Oliver Krischer. Das Umweltbundesamt berichtet in einer Studie zum Thema: „Falls Anlagenbetreiber ihren Strom trotzdem ungeregelt einspeisen, kann der Netzbetreiber unter Umständen allgemeine zivilrechtliche Schadenersatz- oder Unterlassungsansprüche geltend machen.“ Was machen nun die Bürger, die solche Anlagen als ihre Zusatzrente errichtet haben. Die Module sind noch gut und können auch noch jahrelang CO2 freien Strom erzeugen und ins allgemeine Netz einspeisen. Und deshalb fordern Experten eine unbürokratische Anschlusslösung für diese Altanlagen. Wenn meine Anlage ausläuft und kaputt ist, muss ich sie abbauen. Wenn aber die Module noch ausreichend und gut Strom erzeugen, so will ich sie weiterbetreiben! Entweder verbrauche ich ihn selbst (was bei kleineren Anlagen zu 100 % möglich wäre, aber dennoch bedarf es dafür eines Speichers) oder verkaufe ihn. So wie den Solaranlagenbetreibern geht es auch den Biogasanlagen oder Windkraftanlagen. Die großen Energiekonzerne haben es mit ihrem Lobbyistentum verstanden, über die zwanzig Jahre hinweg das EEG so auszuhöhlen, dass es jetzt bürgerfern ausgehöhlt ist und droht unterzugehen. Aber damit bräche ein großer Teil der Energiewende weg – und die erreichten über 40 Prozent Anteil Strom aus erneuerbaren Energien am Energieverbrauch.  Auch Beelitzer sind betroffen, ich hoffe, dass der Netzbetreiber den Anlagenbesitzern eine unbürokratische und moderate Lösung anbietet. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten – denn in vier Jahren steht auch unsere Bürgersolaranlage auf der Solarschule vor dieser Frage. Unsere erste Bürgersolaranlage Brandenburgs in Beelitz wurde im Jahre 2004 von 53 Gesellschaftern aus sieben Bundesländern gegründet. Ich werde an dem Thema dranbleiben und hoffe, Ihnen einmal eine von mehreren Lösungswegen vorstellen zu können. Denn was haben wir für Möglichkeiten? Abbauen – das wäre eine reine Geldvernichtung, Weiterbetreiben und der Netzbetreiber bietet eine moderate Lösung an – das wäre eine Option, Eigenverbrauchen durch Aufbau eines Speichers – eine andere Option, Direktvermarktung an der Börse (dazu braucht es technische und organisatorische Veränderungen mit erheblichem Aufwand) – ist aber auch eine Option. Ich bin gespannt, wie sich dieses Feld weiterentwickelt.

Ich halte es mit Albert Einstein: Ich lerne und erfahre, und habe immer mehr Fragen als Antworten. Aber das ist nicht schlimm, denn nur wer fragt und hinterfragt, entwickelt sich. Wie sagte Einstein: Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

Denken Sie mal darüber nach, mischen Sie sich ein und bleiben Sie gesund!
Ich verbleibe mit sonnen-energi(E )schen Grüßen
Ihre ELKE SEIDEL
Beelitz. den 2.3.2020