Die Feiertage und ein Jahrzehntewechsel bringen die Muße, die Gedanken zu bündeln, Papiere zu sichten und zu erkennen: Was wurde im letzten Jahr geschafft und was ist liegengeblieben. Welche Argumente müssen an die Gegebenheiten angepasst werden, welche neuen Erkenntnisse und neue Bekanntschaften gilt es weiter zu entwickeln.

Beim Sortieren einiger Unterlagen fand ich einen Brief von Herrn Krasselt an mich. Er machte sich Gedanken über die Sonnennutzung und stellt die Frage, warum die Beelitzer Wohnungsgesellschaft nicht aktiver mit ihren vielen Dächern umgeht. Auf diesen Flachdächern könnten etliche Quadratmeter die Sonne einfangen und  Strom für die Mieter bzw. für die Beelitzer zur Verfügung stellen. Ein Mieterstrommodell ist ja nach der neuesten Gesetzeslage möglich – die BeBaWo erzeugt mit den Mietern zusammen Strom und bietet ihn – günstiger als der öffentliche Netzanbieter – den Mietern an.  Neue Ideen braucht auch diese Stadt.  Auch die  Stadtwerke Beelitz produzieren mit ihren  Blockheizkraftwerken Strom, der selbst verbraucht und zum größten Teil in das öffentliche Netz eingespeist wird.

Herr Krasselt war lange Zeit im Mieterbeirat der BeBaWo und hat die Interessen der Mieter vertreten. Leider ist es auch ihm nicht gelungen, in der Genossenschaft die Motivation für einen sozialen Wohnungsbau und die Nutzung der Sonnenergie zu verankern.

Ein durchgehendes Fußwegesystem, dass barrierefrei und ohne Stolperstellen die gesamte Stadt durchzieht und sich im  Grundkonzept auch in den Ortsteilen wiederfindet, fehlt bis heute. Unsere Partnerstadt Ratingen hat uns vor Jahren schon begeistert – man kann aus den Außenbezirken der Stadt über begrünte Fußwege ins Zentrum gelangen, ohne an Hauptstraßen entlangzugehen. Und die Fußwege führten durch Grünanlagen, entlang an Ruhezonen und gestalteten Flächen. Kurzweiliges Gehen – und man lief gerne bis ins Zentrum und ließ das Auto stehen. In Beelitz finden wir stückweise Ansätze dafür – die Botengasse, eventuell der Affenberg – aber schon am Burgwall ist Schluss damit. Wie wollen wir die Kinder, die zur Schulen wollen, locken, mal nicht mit dem Mama-Taxi zu fahren, sondern zu Fuß zur Schule und zur KITA zu gehen? Gibt es breitere Fußwege durch grüne Flächen? In der Solaroberschule wurde vor Jahren ein Verkehrsgutachten von den Schülern erstellt. Dabei wurden die Wege begutachtet, wie sie von Autos zugeparkt sind oder wie viele Flächen den Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stehen. Insbesondere kam dabei heraus, dass die Ampelschaltungen vollkommen fußgängerunfreundlich sind und keine Vorrangschaltung auf Knopfdruck aufweisen. Hat sich hier schon vieles geändert?

Im neuen Jahr wollen sich der Sozialausschuss und der Bauausschuss mit der Verwaltung der Barrierefreiheit in der Altstadt und an ausgewählten Punkten widmen und Schwachpunkte  aufzeigen.  Ich denke, wir sollten uns auch die Radwege vornehmen. Vielleicht gelingt es ja durch Angebote doch, weniger Dauerautoparker in der historischen Altstadt zu haben. Aber dennoch fällt auch auf, dass sich die Zahl der Einzelhändler in der Altstadt nicht vergrößert hat. Wie können wir da leerstehende Räume aktivieren?  Es gibt viel zu tun.

Ich beginne also das neue Jahr wieder mal mit Arbeit und freue mich über Ihre Hinweise und Anregungen für diese Arbeit. Und das neue an diesem Jahr – nach der Wahl bin ich nicht mehr ganz alleine, ich bin eingebunden in eine starke Gruppe – und das ist gut so. Gemeinsam werden wir streiten und für eine umweltgerechte effiziente  Entwicklung eintreten. (6.1.2020)

Mit sonnen-energi(E )schen Grüßen Ihre ELKE SEIDEL (Bü90/Grüne, Stadtverordnete). 
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