1. Die Zeit vergeht schnell, und die Worte, die mich  vor zwanzig Jahren schon angetrieben haben, werden salonfähig.  Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind in aller Munde. Und wie üblich versteht jeder darunter was er gerade für wichtig hält. Es gibt auch keine griffigen Definitionen dafür. Aber kann nicht jeder selber erkennen, was gut für die Umwelt ist und was nicht? Muss überall ein Zettel dran kleben – kann weg, muss noch mal genutzt werden, ist völlig daneben? Wenn dem so wäre, dann wäre unsere Landschaft übersät mit Zetteln, auf denen steht: Liegenlassen, ist Natur, die darf sich ausdehnen und verrotten. Und da sind wir wieder bei unseren sterilen Vorgärten, die nicht viel Grün vertragen und keine bienenfreundlichen Blumen haben. Sicher, bei Ihnen ist es anders, aber schauen Sie in die Nachbargärten, da kann noch vieles natürlicher ablaufen.  Und eine naturnahe Landesgartenschau könnte viele Besucher begeistern. Denn der Klimawandel wartet nicht auf den letzten Einsichtigen und Aktiven.

2. Die Agentur für erneuerbare Energien zeichnet jeden Monat eine Kommune als Energie-Kommune aus.  Diesmal war es die Masterplan-Kommune Flecken Steyerberg. Sie will spätestens bis 2050 ihre Treibhausgasemissionen um 95% senken. Dafür werden verschiedene erneuerbare Technologien installiert, die in allen Sektoren einen Mehrwert für die Bürger bringen.  Bürgerwindanlagen, Bürgersolaranlagen, E-Mobilitätskonzept und eine Energiegenossenschaft bündeln ihre Aktivitäten, bauen Fernwärmenetze und investieren in erneuerbare Energien. Die Gemeinde baut nur im Innenbereich und verdichtet dort die Wohngebäude. Sie verzichtet auf  „Bauen auf der Grünen Wiese“, alle Projekte sind für die Bürger direkt erfahrbar (Bus)  und erlebbar (Windanlage). Der Bürgermeister ist sich sicher: „Unsere Projekte sind kein Verzicht, sie bringen uns mehr Freiheit. Zum Beispiel weil die Betriebskosten sinken, bleibt uns mehr finanzieller Spielraum.“  Unser Ort Beelitz hat auf dem Bereich der erneuerbaren Energien auch sehr viel zu bieten, machen wir doch was daraus. Aber dazu müssen wir darüber sprechen und debattieren. Schauen Sie doch mal in mein Buch „Volle Energie voraus..“ – Sie finden es bestimmt in Ihrem Buchregal, oder auf meiner Homepage.

3. In Beelitz-Heilstätten wird zurzeit die Idee des 19. Jahrhunderts aufgegriffen und mit der Technologie des 21. Jahrhunderts umgesetzt. Im Heizhaus werden die Vorbereitungen für eine zentrale Wärme (und Strom) Versorgung für den Quadranten C getroffen.  Ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk wird diesen Quadranten mit Wärme versorgen. Ein Traum, den der Förderverein Heizkraftwerk e. V. seit seiner Gründung verfolgt und der nun umgesetzt werden kann. Dank eines weitsichtigen und kompetenten Investors können wir in die Zukunft schauen. Durch diesen Umbruch werden  in diesem Jahr  in  nur sehr geringem Ausmaß Führungstätigkeiten stattfinden können. Wir werden sehen, wie sich die Arbeiten entwickeln, Sie erfahren über die Medien, wann wir die erste Führung wieder anbieten.

Ihre Dr.  ELKE SEIDEL, Umweltmedizinerin, Energiepolitikerin

Beelitz, 3.2.2020

(Bild von Gerd Altmann auf Pixabay)