Vier Jahre Dürre – die Grundwasserpegel sinken und die Wälder vertrocknen

Nach vier Jahren Dürre sind die Grundwasserreserven im Land sehr angespannt. So beschreibt es das Niedrigwasserkonzept der Landregierung. In diesem Konzept wird ein besorgniserregender Sachstand dargelegt und ein Gewässer- und Grundwassermonitoring gefordert, und ein Moratorium für die Wasserentnahmen aus dem Untergrund und den Oberflächengewässern angemahnt. Es ist sehr ernst.  

Wir müssen die sogenannte Wasserwirtschaft umstellen. „Wasserwirtschaft“ – schon der Name täuscht, wir können das Wasser nicht bewirtschaften, denn Wasser fließt – und niemand kann es kanalisieren und zwingen. Wir haben es gesehen bei der Hochwassersituation in Dresden, als die kanalisierte Weißeritz, die man aus dem Hauptbahnhofgelände verbannt hatte, sich ihren alten Weg durch den Hauptbahnhof suchte, fand und viel Schaden anrichtete. Wir können das Wasser nur nutzen, in dem wir den Flüssen ihren Raum geben, die Ufer frei von Bebauung halten und die Auen nicht zerstören. Eine Uferböschung aus Schottersteinen, wie an der Nieplitz und anderswo, führt nicht zum natürlichen Fluss der „Unschiffbaren“.  Wir müssen uns andere Wege und Maßnahmen einfallen lassen, um das Grundwasserdefizit jemals wieder auszugleichen. Oder müssen wir uns wirklich auf sterbende Wälder einstellen? Wie können wir die „Wasserhaltung“ verbessern? Ein sofortiger Verzicht auf Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen aller Art ist geboten, denn sonst werden wichtige Vegetationsformen, die durch viel Wasseraufnahme entstanden sind, vernichtet.  Es zeigt sich, dass nur eine flächendeckende Vegetation auf der gesamten Landesfläche wasserhaltende Strukturen schaffen kann, die langfristig zur Grundwasserneubildung beitragen. Wir müssen uns fragen, ob Mähen noch zeitgemäß ist, ob betonierte Fußwege der Wasserhaltung dienen, wo der Regen gesammelt wird, um dann langsam zu versickern und und und. Viele Fragen, wenige Antworten.  Dennoch müssen wir uns umstellen, und zwar sofort. Die Waldwirtschaft und die Landwirtschaft müssen beide umdenken und sich von Grund auf ändern, sonst haben wir alle keine Chance. Die Landesgartenschau in einem Jahr ist eine gute Zeit, um zu zeigen, WIE es gehen könnte – der sparsamste Umgang mit jeder Ressource. Aber dazu brauchen wir Mut. Mut, was ganz Besonderes zu werden und was ganz Besonderes anzufassen – nämlich den Weg zu ergreifen, der uns die Zukunft möglich macht. Zerstören wir Moor und machen daraus Beton? Oder erhalten wir Moor und lassen es vernässen und wachsen? Oder zeigen wir die natürlichen Wasserläufe oder nur althergebrachte Lösungen? Putzen wir alle Wege, oder lassen wir das Blümlein stehen? Es ist eine kurze Entscheidung und schon ist die einmalige Pflanze zerstört. Mein Wunsch: Dauerhaft blühende Flächen im Stadtgebiet und weniger Beton, der sich aufheizt und kein Wasser zurückhält. Liebe Leser meiner Artikel, ich merke, dass ich mich vom Grundthema Grundwasserdefizit entferne und es nicht tiefgründiger behandeln kann, aber es hängt nun mal alles zusammen. Wir haben es in der Hand, wie unsere Zukunft aussieht. Jetzt wird der Druck (Klimawandel, Wassermangel, Dürre und Hitze) aber größer, und auch Sie spüren es bereits deutlich. Übrigens, am 24. April ist der Tag der erneuerbaren Energien, und höchste Zeit, seine Heizung und Stromproduktion auf Sonne, Wind und Wasserkraft umzustellen.

Das bereits naturbedingt geringe Wasserdargebot in Brandenburg und die angesichts des Klimawandels zu erwartenden Verschärfungen für den Wasserhaushalt machen deutlich, dass in Brandenburg ein grundlegendes Umdenken beim Umgang mit der Ressource Wasser an der Zeit ist (Zitat aus einem Vortrag von Minister Vogel).

Fangen wir an und sprechen endlich darüber, wie die langen Abwasserkanäle in Beelitz, die zum Beispiel Fichtenwalde entwässern und den Wald schädigen, gekappt und ersetzt werden können.  
Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit und Gesundheit, und möge jede Ihrer Handlungen der natürlichen Entwicklung und der Strukturierung der Landschaft und dem Wasserrückhalt dienen und uns allen nutzen. Im Wald, auf dem Feld, in der Stadt. In diesem Sinne bleiben Sie gesund.

Aqua donat vitam (Wasser schenkt Leben)

Ich verbleibe mit sonnen-energi(E)schen Grüßen Ihre ELKE SEIDEL
Stadtverordnete, Kreistagsmitglied

(Bild von Peggy Choucair auf Pixabay)